Wissenschaft ganz großgeschrieben!

Gratulation an Dr. Hanna Lührs, Georg Pesch, Dr. Andrea Schmeichel, Hanna Grube, Dr.-Ing. Mathias Soeken und Dr.-Ing. Fabian Meder! Die sechs Absolventinnen und Absolventen der Universität Bremen sind die Preisträgerinnen und Preisträger des Bremer Studienpreises 2014. Ihre hervorragenden Abschlussarbeiten und Dissertationen wurden in einer feierlichen Stunde im Rathaus vor mehr als 100 Gästen ausgezeichnet.

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Die Verleihung des Bremer Studienpreises 2014: (von links) Prof. Bengt Beutler, Dr. Fabian Meder, Dr. Mathias Soeken, Prof. Eva Quante-Brandt, Hanna Grube, Dr. Andrea Schmeichel, Dr. Hanna Lührs, Prof. Kurosch Rezwan, Georg Pesch. (Foto: Harald Rehling/Universität Bremen)

Die Arbeiten der Bremer Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler heben den einmaligen Wissenschaftsbestand der Wissenschaftsstadt Bremen hervor und unterstreichen, wie wichtig die Wissenschaft für alle Bereiche der Gesellschaft ist. „Der wissenschaftliche Weg, die Neugier, die hinter der Forschung steckt und sich selbst das Handwerk zu erschließen, sind wichtige Attribute, die die Studierenden an den Universitäten lernen und in ihren Abschlussarbeiten präsentieren“, betonte Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt in ihrer Laudatio.

Vier der hervorragenden Abschlussarbeiten und Dissertationen zeichnete die Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen („unifreunde“) aus. Zwei Sonderpreise für natur- und ingenieurswissenschaftliche Dissertationen vergaben die Firma Bruker Daltonik GmbH und der Rotary Club Bremen-Roland.

Erfolg für Bremer Forscher

„Ich freue mich über die hohe Auszeichnung“, sagt Professor Dr. Carsten Lutz von Universität Bremen. Der 43-jährige Bremer Informatikprofessor wurde für seine Forschungen jüngst mit dem hochrangigen „Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC) ausgezeichnet. Ein großer Erfolg, gehören die Ausschreibungen des European Research-Council doch zu den profiliertesten und begehrtesten in der europäischen Wissenschaftswelt und liegt die Bewilligungsquote üblicherweise bei unter zehn Prozent. Mit dieser Förderlinie will die Europäische Union Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit geben, ihre eigenen Forschungsgruppen zu konsolidieren und ihre Forschungsprojekte voranzutreiben.

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Professor Dr. Carsten Lutz von der Universität Bremen. (Foto: Universität Bremen)

„Custom-Made Ontology Based Data Access (CODA)“ lautet der Titel des ERC-Projektes des Bremer Wissenschaftlers. „Es geht darum, Methoden der künstlichen Intelligenz auf die Datenintegration anzuwenden“, erläutert Dr. Carsten Lutz. „Aus unterschiedlichen Quellen wie zum Beispiel dem Web und Mobilgeräten fallen viele unstrukturierte Daten an.“ Das sei etwas gänzlich anderes als eine klassische Datenbank. „Wir überlegen, wie wir die Daten zusammenbringen, verarbeiten und analysieren können. Dazu nutzen wir sogenannte Ontologien, die man sich wie eine Wikipedia-Version für Maschinen statt für Menschen vorstellen kann,“ so der Bremer Informatikprofessor.

In den nächsten fünf Jahren bekommt Dr. Carsten Lutz, der seit Ende 2008 an der Universität Bremen lehrt und forscht, ca. zwei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat. Mit dem Fördergeld wird Lutz, dessen Arbeitsfelder künstliche Intelligenz und theoretische Informatik sind, sein Team weiter ausbauen. Darüber hinaus gewinnt Dr. Carsten Lutz dadurch Freiheit für neue Forschungsarbeiten.

Ausgezeichnete Doktorarbeit

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Dr. Fabian Meder von der Universität Bremen wurde mit dem OLB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. (Foto: Privat)

Erster Platz für Dr. Fabian Meder! Gratulation! Der Nachwuchswissenschaftler von der Universität Bremen überzeugte mit seiner Doktorarbeit über Nanomaterialien und wurde mit dem Wissenschaftspreis der Oldenburgischen Landesbank (OLB) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Seine ausgezeichnete Doktorarbeit im Fachgebiet Keramische Werkstoffe und Bauteile der Universität Bremen verfasste der Bremer Materialwissenschaftler bei Professor Kurosch Rezwan. Dabei untersuchte Meder Nanomaterialien, die mit biologischen Substanzen oder dem menschlichen Gewebe kombiniert werden können. Sie sind zukunftsweisend für die Bio-, Umwelt- und Medizintechnik. Solche Materialien könnten etwa Viren und andere Schadstoffe aus belastetem Trinkwasser entfernen, Geweberegeneration unterstützen oder dabei helfen, biologische Reaktionen technisch auszunutzen.

Gratulation auch für Georgiana Ciobotaru! Die Nachwuchswissenschaftlerin von der Jacobs University Bremen erhielt für Ihre Arbeit den mit 2.500 Euro dotierten dritten Platz.

Neben den beiden Bremer Preisträgern wurden fünf weitere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus der Nordwest-Region mit dem OLB-Wissenschaftspreis gewürdigt. „Viele bedeutende Wissenschaftler haben ihre Wurzeln im Nordwesten, auch Sie haben mit ihrem exzellenten Abschneiden unterstrichen, dass sich unsere Wissenschaftsregion nicht verstecken muss“, so die Vorsitzende des Vorstands der OLB-Stiftung, Karin Katerbau, bei der Preisverleihung im Theater Laboratorium in Oldenburg. Sie betonte: „Wissenschaft und Forschung sind in der Region zukunftsweisend aufgestellt.“

Umweltfreundlich voraus!

FS Heincke im Bremerhavender Fischereihafen

Nach gut zweimonatiger Werftzeit geht die Heincke heute zur ersten Expedition mit dem neuen Antrieb in die Nordsee aufbrechen. (Foto: Alfred-Wegener-Institut/Ralf Röchert)

Heute startet das Forschungsschiff Heincke des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) zu seiner nächsten Expedition in die Nordsee, und das mit einem neuen umweltfreundlicheren Antrieb. Die 54,5 Meter lange Heincke, die seit 1990 im Dienst der Wissenschaft unterwegs ist, hat drei neue Hauptmaschinen bekommen. „Zusätzlich haben wir jeden Motor mit einem Rußpartikelfilter mit nachgeschalteter Abgasreinigung ausgestattet,“ erläutert Marius Hirsekorn. Er ist in der Logistik-Abteilung des Alfred-Wegener-Instituts für die Forschungsschiffe zuständig.

Gut zwei Monate hatte die Umrüstung der Heincke bei den Motorenwerken Bremerhaven (MWB) in der Werft gedauert. Es ist das zweite AWI-Forschungsschiff neben der Mya II, das mit umweltfreundlicher Technik ausgestattet wurde. „Wir freuen uns, dass wir die Schadstoffbelastung mit den neuen Anlagen reduzieren können und wir werden auch den Nachbau der Polarstern mit neuster Technik so umweltfreundlich wie möglich gestalten,“ erklärt Dr. Rainer Knust, AWI-Biologe und wissenschaftlicher Koordinator von Heincke und Polarstern.

„Bibliothek im Eis“ feiert Zehnjähriges!

Bibliothek im Eis

Ein neugieriger Kaiserpinguin betrachtet den Bibliotheks-Container. (Foto: Lutz Fritsch)

Kennt ihr die „Bibliothek im Eis“? Der grüne, isolierte Container in der Antarktis liegt auf 70°40´S, 08°16´W und ist ein beliebter Rückzugsort für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Neumayer-Station des des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Jetzt feiert die südlichste Bibliothek Deutschlands Geburtstag. Im Südsommer 2004/2005 wurde sie von dem Künstler Lutz Fritsch als „Bibliothek im Eis“ geschaffen.

Bibliothek im Eis

Kirschholzregale, Ledersofa und Teppich: Künstler Lutz Fritsch wollte einen gemütlichen Rückzugsort schaffen, fernab des Alltags an der Forschungsstation. (Foto: Lutz Fritsch, VG Bild-Kunst, Bonn, 2015)

Mit heute knapp 700 Werken beherbergt die „Bibliothek im Eis“ eine der außergewöhnlichsten Büchersammlungen. Das Besondere: Alle Bücher sind Geschenke bekannter oder aufstrebender Künstler, Schriftsteller, Musiker und Wissenschaftler jeglicher Disziplin. In ihren persönlichen Widmungen erläutern sie, warum sie gerade dieses Buch ausgewählt haben und es den Menschen, die an der antarktischen Forschungsstation überwintern, an die Hand geben möchten.„Jedes Buch ist ein sehr persönliches Geschenk an die Überwinterer der Forschungsstation. Teil der Idee der „Bibliothek im Eis“ ist es deshalb auch, sowohl den Schenker, als auch sein ausgewähltes Buch geheim zu halten. Für uns hier bleibt die Bibliothek so fiktiv, doch für die Wissenschaftler vor Ort ist sie real und birgt eine sehr spezielle Büchersammlung, die genau für diesen einen einmaligen Ort bestimmt ist“, erläutert Lutz Fritsch.

So wissen nur also nur die Bewohner der Neumayer-Station, welche Bücher hier stehen. Ein Hüter des Geheimnisses ist beispielsweise Holger Schmithüsen. Der Klimawissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts überwinterte im Jahr 2010 an der Neumayer-Station III. Er erzählt rückblickend: „Für mich war die Bibliothek ein kleiner Außenposten, ein Ruheraum, wenn man so will. Man hat zwar im Winter auch auf der Station genug Ruhe, aber es ist ein etwas anderer Ort, abseits vom Tagesgeschäft“.