Uni Bremen – Weltweit herausragende junge Universität!

Die Universität Bremen hat zum ersten Mal an dem „100 Under 50″ Ranking“ des britischen Wirtschaftsmagazins Times Higher Education (THE) teilgenommen und auf Anhieb Platz 26 belegt! Damit gehört die Uni Bremen zu den weltweit besten Universitäten, die seit weniger als 50 Jahren bestehen.

Gegenüber dem traditionellen „Times Higher World University Ranking“, das den Fokus auf die über Jahrhunderte erworbene wissenschaftliche Reputation legt, werden beim „100 Under 50“ Ranking Aspekte berücksichtigt mit denen auch jüngere Universitäten glänzen können. „Deshalb ist es für uns jungen Universitäten sehr fair, dass Times Higher Education ein Ranking für Hochschulen eingeführt hat, die nicht älter als 50 Jahre sind“, begrüßt Professor Kurosch Rezwan, Konrektor für Forschung und wissenschaflichen Nachwuchs der Universität Bremen das „100 Under 50“ Ranking.

Universität Bremen gehört erstmals zu den besten jungen Unis weltweit (Foto: Universität Bremen)

Die Universität Bremen gehört erstmals zu den besten jungen Unis weltweit (Foto: Universität Bremen)

Was wird erhoben?

Das THE-Ranking gilt gegenüber anderen wegen methodischer Schwächen eher umstrittenen Rankings als vergleichsweise solide Erhebung und erfasst folgende Aspekte: Umfang, Produktivität und Reputation der Forschung (30 %), Kennziffern der Lehre wie etwa Betreuungsrelationen (30 %), die Anzahl der Zitationen nach Fächern (30 %), die Internationalität (7,5 %) und die Kooperation mit Unternehmen (2,5 %).  Danach gehört die Uni Bremen, wie auch Ulm und Konstanz, zu den besten jungen deutschen Universitäten. Auch die Unis Bochum, Bielefeld, Duisburg-Essen und Bayreuth haben es in die Top 100 weltweit geschafft. Das vollständige Ranking findert ihr hier.

Stärkung des Exzellenzstatus

Über diese mehr als sehenswerte Platzierung freut sich auch Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter: „Unsere seit vielen Jahren überdurchschnittlich hoch engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben diesen Erfolg möglich gemacht. Die Platzierung im Times Higher Education Ranking ist für uns Anerkennung für Geleistetes und zugleich Ansporn für die Zukunft.“ Auch hinsichtlich der Stärkung der Bremer Uni als Exzellenzuniversität sieht Scholz-Reiter die Platzierung als einen großen Erfolg: „Unser hervorragendes Abschneiden bestätigt den Exzellenzstatus der Universität Bremen auch auf internationaler Ebene“.

Seid beim Weltretter-Tag der Uni Bremen dabei!

Am 12. Juni ist wieder Weltretter-Tag! Das bedeutet für alle Nachwuchswissenschaftler unter euch, dass ihr einen Tag lang spannende Einblicke in das Studierendenleben und den Forschungsalltag in den Ingenieursstudiengängen der Universität Bremen erhalten könnt.

Was erwartet euch?

Ausgerichtet wird der Weltretter-Tag einmal jährlich von Forscherinnen und Forschern des Fachbereichs Produktionstechnik der Universität Bremen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Studentinnen und Studenten international bedeutsamer Forschungsinstitute, wie z.B. des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) oder des Instituts für Werkstofftechnik (IWT) zeigen euch ihre Arbeit und ihren Alltag an der Uni. Außerdem erwartet euch ein spannendes Programm, das von einer Führung im Fallturm, einem Vortrag über Berufsperspektiven bis hin zu zahlreichen Workshops zu Themen aus den Ingenieurwissenschaften (z.B. 3-D-Druck) reicht. Das Highlight des achten Weltretter-Tags wird ein ganztätiger Workshop der Ingenieure ohne Grenzen e.V. sein, bei dem ihr ein Konzept für die Wasserversorgung einer Dorfschule in Kanty, Guinea, mitentwickeln könnt.

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Am Weltretter-Tag geben Forscherinnen und Forscher der Universität Bremen studieninteressierten Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihre Arbeit (Foto: Sabine Nollman/Universität Bremen)

Wer kann mitmachen?

Wenn ihr Schülerinnen und Schüler der Oberstufe oder frischgebackene Abiturientinnen und Abiturienten seid, dann seid ihr herzlich eingeladen! Die Teilnahme ist kostenlos und ihr könnt euch für den Weltretter-Tag vom Schulunterricht freistellen lassen. Alles was ihr tun müsst, ist euch spätestens bis zum 29.Mai 2015 verbindlich für die Teilnahme anzumelden.

Das Programm und das Anmeldeformular zum Weltretter-Tag 2015 findet ihr hier.

Indonesien verstärkt Kooperation mit Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

Die Zusammenarbeit im Bereich meeresbezogener Forschung zwischen dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) und Indonesien soll auch in Zukunft fortgesetzt und verstärkt werden. Das beschlossen der indonesische Koordinationsminister für Meeresangelegenheiten, Indroyono Soesilo und eine Delegation des ZMT unter der Leitung der Direktorin, Hildegard Westphal, vergangene Woche bei einem Treffen in Jakarta. „Das ZMT blickt auf mehrere Jahrzehnte einer erfolgreichen Kooperation mit Indonesien zurück. Wir freuen uns auf gemeinsame Aktivitäten, um Projekte zu akquirieren und durchzuführen“, erklärte Westphal.

Geplante Projekte

Zu den geplanten Projekten gehören unter anderem eine internationale Forschungsexpedition im Indischen Ozean, eine Beobachtungsstation für Korallenriffe und die Züchtung, sowie industrielle Verwertung von Meeresalgen. „Weitere Schwerpunkte einer Zusammenarbeit sind Pilotprojekte zur nachhaltigen Küstenfischerei und zur integrierten Aquakultur“, so Indroyono Soesilo. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Indonesischen Forschungsgemeinschaft (LIPI), Iskandar Zulkairnan, wurde außerdem über den Bau eines marinen Techno-Parks beraten, der dem Transfer von Wissen in die indonesische Gesellschaft dienen soll, sowie über eine Messstation zur Erhebung von Daten zum Umweltwandel.

Deutscher Botschafter Georg Witschel (links), Indonesischer Koordinationsminister für Meeresangelegenheiten Indroyono Soesilo (Mitte), Direktorin des ZMT, Hildegard Westphal (rechts) (Foto: ZMT)

Das Bild zeigt die Direktorin des ZMT, Hildegard Westphal, zusammen mit dem Indonesischen Koordinationsminister für Meeresangelegenheiten, Indroyono Soesilo (Mitte) und dem deutschen Botschafter, Georg Witschel (links) in Jakarta. (Foto: ZMT)

Weitere Kooperationen

Im Rahmen eines Besuchs auf dem Ausbildungsschiff „Madidihang 3“, das für bis zu 30 Studenten der Meeres- und Fischereiwissenschaften ausgestattet ist, wurde auch über die Nutzung des Schiffes durch deutsche Wissenschaftler diskutiert. Bereits in diesem Jahr werden zwei gemeinsame Projekte zu Folgen der Abwässer von Aquakultur und zu bioaktiven Substanzen in Meeresorganismen aufgenommen.

 

 

Bremer Wissenschaftler – dem Geheimnis der Rapa Nui auf der Spur

Gunnar Brandt

Gunnar Brandt ist Mitarbeiter der Abteilung Ökologische Modellierung am ZMT und einer der Autoren der Studie zum Rätsel der Rapa Nui. (Foto: ZMT)

Was haben die Osterinsel, der Niedergang ihrer alten Kultur und Mathematik miteinander zu tun? Das passt doch nicht zusammen. Oder etwa doch? Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen überzeugen uns vom Gegenteil. Sie haben ein mathematisches Modell entwickelt, mit dessen Hilfe sie offene Fragen zum oft beschriebenen Kollaps der Hochkultur beantworten.

Bedeutende Ergebnisse

„Die Geschichte der Osterinsel wird oft als düstere Warnung vor unserer Zukunft angesehen, als Parabel für die Rücksichtslosigkeit des Menschen gegenüber seiner fragilen Umwelt“, erklärt Gunnar Brandt, Mitarbeiter der Abteilung Ökologische Modellierung am ZMT und einer der Autoren der Studie. Das Fehlen schriftlicher Quellen und eine karge Datenlage schaffen Raum für Spekulationen. So ranken sich um den Untergang des Volkes der Rapa Nui sehr gegensätzliche Theorien wie die „Ökozid“-These oder die Theorie des Genozids.

Die Wissenschaftler bezogen die verschiedenen Theorien mithilfe von Daten über den zeitlichen Verlauf der Abholzung und der Bevölkerungsentwicklung in ihre Arbeit mit ein und testeten diese auf ihre Plausibilität. Ihr Modell stützt sich insbesondere auf Rückstände des verschwundenen Palmenwaldes, die mit der Radiokarbonmethode datiert wurden.

Die Ergebnisse ihres Modells zeigen, dass sich der Niedergang der Rapa Nui wahrscheinlich sehr viel länger hinzog als bisher angenommen. Zwar ging die Zahl der Ureinwohner schon vor dem Eintreffen der Europäer zurück. Doch scheinen sie über lange Zeit in der Lage gewesen zu sein, sich an die Veränderungen in ihrer Umwelt anzupassen und ihre Ressourcen so zu bewirtschaften, dass ein abrupter Kollaps ausblieb. Die Ankunft der Europäer bedeutete schließlich eine zusätzliche, sehr dramatische Störung, der die bereits angeschlagene Inselbevölkerung nicht mehr trotzen konnte.

Großer Fortschritt

Die aktuelle Studie ist ein großer Fortschritt in der Debatte um die Geschichte der Osterinsel, da sie die kontroversen Theorien anhand objektiver und quantitativer Daten bewertet. Sie zeigt, dass erst ein Zusammenspiel von Übernutzung natürlicher Ressourcen, Dezimierung durch Krankheiten und Versklavung den Niedergang der Rapa Nui zufriedenstellend erklären kann.

Mehr erfahrt ihr auf der Website des ZMT und im Magazin „Frontiers in Ecology und Evolution“.