Können wir Terroranschläge verhindern?

Professor Dietmar Heubrock aus dem Institut für Rechtspsychologie (IRP) der Universität Bremen untersucht die Hintergründe von Attentaten im öffentlichen Raum. Eine seiner Erkenntnisse: Nur Aufklärung und im Voraus das Attentat zu verhindern bietet Sicherheit für die Bevölkerung.

Sicherheit oder Verunsicherung?

Professor Dr. Heubrock

Professor Dr. Dietmar Heubrock Fotoquelle: Kai-Uwe Bohn

In einem Interview in dem Bremer Unimagazin „highlights“ (Nr. 32/Winter 2015/16) erklärt der Rechtspsychologe: „Wer stellt sich als Politiker oder Polizist hin und sagt: Gegen Selbstmordattentäter im öffentlichen Raum können wir nichts tun? Also schickt man Sicherheitskräfte in Kampfmontur auf die Straße, um der Bevölkerung etwas zu bieten.“
Doch Sicherheit könnten nach Heubrock die bewaffneten Sicherheitskräfte nicht garantieren. Sie riskierten vielmehr, dass die Menschen unterbewusst mit Ängsten auf die vermeintliche Bedrohung reagieren und dabei in Panik geraten. Attentäter tauchen in der sich hektisch bewegenden Masse unter und warten einfach ein paar Tage ab.

Der Einfluss der Medien

Die Medien würden nach Heubrock das Bedrohungsgefühl der Menschen verstärken und durch die ständige Berichterstattung die Ängste aufrechthalten. Ein Beispiel: Die Berichterstattung zum Thema Flüchtlingsdebatte: „Wenn da jemand von ‚Welle‘ oder ‚Lawine‘ spricht, macht uns das – größtenteils unbewusst – ein negatives Gefühl“, sagt Heubrock.

Zum Institut für Rechtspsychologie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Rechtspsychologie erforschen unter anderem Verhandlungs- und Vernehmungstechniken von Geiselnehmern und Attentätern. Dabei spielt auch der Umgang der Polizei mit Personen unterschiedlicher Herkunft als auch mit psychisch Kranken eine wichtige Rolle in der Forschung.
Zudem schulen die Forscherinnen und Forscher die Sicherheitsorgane mögliche Attentäter an typischen Verhaltensweisen zu erkennen und sie zu überwachen.