Science Cliption Blog

Liebe Science Cliption-Freunde,

es ist soweit! In Zukunft erfahrt ihr in unserem Blog Neuigkeiten, Interessantes und Wissenswertes aus der Bremer Wissenschafts- und Forschungsszene!

Mathe ist viel mehr als rechnen

Kategorie: Blog | 26. April 2017

Der Verein Mathematik in Bremen! e.V. veranstaltet Workshops für mathematikbegeisterte Jugendliche

An Mathe scheiden sich bekanntlich ja die Geister. Für die einen ist es in der Schule ein Albtraum. Den anderen fällt das abstrakte Denken und Jonglieren mit Zahlen ganz leicht. An die, die einen leichten Zugang zur Welt der Formeln und Zahlen finden, wenden sich die Workshops für mathematikbegeisterte Jugendliche, die der Verein Mathematik in Bremen! e.V. regelmäßig veranstaltet.

Workshop für die Klassen 10 und 11 im Haus der Wissenschaft

In mehreren Klassenstufen zusammengefasst treffen sich die Mädchen und Jungen zu einer festen Zeit, um unter fachlicher Anleitung mathematischen Fragen auf den Grund zu gehen. So gibt es jeden zweiten Samstag im Haus der Wissenschaft einen Workshop für Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11. Steffen Maaß leitet die Treffen an. Der Mathestudent der Jacobs University hat früher selbst an den Workshops des Vereins teilgenommen. Er freut sich, seine Begeisterung für die knifflige aber logische Materie jetzt weitergeben zu können. Für den Workshop hat er den Teilnehmenden heute ein Arbeitspapier mitgebracht. Das Thema, um das es diesmal geht, ist die Graphentheorie. Etwas, das so nicht im Lehrplan der Schule vorkommt. Für Steffen „eines der schönsten Themen, die es gibt.“

Graphentheorie – ganz praktisch

„Wer kann das Netz dieses Körpers zeichnen?“, stellt er seine Frage jetzt an die Runde. Der Stift geht an Franka, die den Polyeder auf das Blatt des Flipcharts aufmalt. „Jede Ecke ist ein Knoten, jede Seite eine Kante“, führt der angehende Mathematiker die Gruppe nun an eine Formel heran, für die es anschließend einen Beweis zu führen gilt.

Im Mittelpunkt steht das abstrakte Denken

Die Zehntklässlerin hat schon in der Grundschule bei der Mathe-Olympiade mitgemacht. Mathe fällt ihr einfach leicht, wobei ihr an den Treffen besonders gefällt auf Menschen zu treffen, die gleiche Interessen teilen. Irgendwie ticken alle ein bisschen auf der gleichen Wellenlänge, und so seien inzwischen auch Freundschaften untereinander gewachsen, freut sich die Schülerin. Außerdem hätten die Workshops gar nicht so viel mit Schulmathe zu tun. Es gebe dort ganz andere Fragestellungen, gehe über den Schulstoff hinaus: „Im Mittelpunkt steht das abstrakte Denken, und die Leiter geben immer wieder gute Tipps, um Lösungen zu finden.“ Es ist eine spannende Welt, in die die 16-Jährige hier regelmäßig eintauchen kann. Allerdings, auch wenn sie wohl im kommenden Schuljahr Mathe und Physik als Leistungskurse wählen wird, geht sie derzeit davon aus, dass ihr künftiger beruflicher Weg nicht weiter mit der Mathematik zu tun haben wird. „Ich habe auch ganz viele andere Interessen, wie Sport oder Musik. Im Moment mag ich Deutsch in der Schule gerade besonders“, sagt sie. Trotzdem begleitet Franka die Begeisterung für die Mathematik weiter, und sie hat auch schon das Land Bremen bei der einmal jährlichen Bundesrunde der Mathematik-Olympiade vertreten dürfen.

Ein ausgefülltes Trainingswochenende für die Mathe-Olympiade

Die Bundesrunde der Mathematik-Olympiade wird in diesem Jahr vom 30. April bis 3. Mai in Bremerhaven ausgetragen. Die Gymnasiastin ist auch diesmal – freiwillig – zu dem Vorbereitungstreffen mitgefahren. Hier können die Teilnehmenden des Wettbewerbs und Gäste intensiv trainieren – auch für den großen Tag. Angeleitet wird das Wochenende von dem Mathematiker Dr. Reimund Albers, der seit rund einem Jahrzehnt der Organisator der Mathematik-Olympiade ist für das Land Bremen. Dem Trainer ist es ein wichtiges Anliegen, die Schülerinnen und Schüler bestmöglich vorzubereiten für ihren Weg durch den Wettbewerb. „Es macht Spaß zu erleben, wie sie ganz eigene Lösungswege finden“, fasst Reimund Albers zusammen.

Das Bremer Team der Mathmatik-Olympiade 2016. Foto: Mathematik in Bremen! e.V.

Bremerinnen und Bremer nehmen auch an „Jugend forscht“ teil

Julian nimmt ebenfalls an den Workshops im Haus der Wissenschaft teil. Auch der 15-Jährige hat die Bremer bereits bei einer Bundesrunde vertreten – und zwar bei der von „Jugend forscht“ im Jahr 2015 in Ludwigshafen, gemeinsam mit Steffen. Bei „Jugend forscht“ findet sich das Land Bremen die vergangenen Jahre gut vertreten. Auch 2017 verzeichnet Bremen einige Spitzenpositionen im Bundesländervergleich, so zum Beispiel mit 647 Anmeldungen aus Bremen und Bremerhaven die höchste Teilnehmerquote in Relation zu den Einwohnern. Und auch bei der Frauenquote liegt Bremen auf Platz 1. Für den Bereich Mathe/Informatik haben sich in diesem Jahr für den Bundeswettbewerb im Bereich Mathe/Informatik gleich fünf talentierte Jungforscher von der Weser qualifiziert.

Teilnehmer und Workshop-Leiter zugleich

Die Mathe-Workshops besucht Julian schon über viele Jahre. Neben seiner Kursteilnahme leitet er zudem selbst einen Workshop für die Klassenstufen sechs bis acht. Der Gymnasiast kann sich durchaus eine Karriere im mathematisch-naturwissenschaftlichen Sektor vorstellen. Ob das an einer Universität sein wird oder in der Industrie, steht allerdings im Moment noch nicht fest. Die Durchführung der Matheworkshops, gemeinsam mit einem gleichaltrigen Partner, macht ihm jedenfalls sehr viel Spaß.

Die Zeit verfliegt nur so beim Knobeln

Jetzt knobelt er – wie die anderen im Raum – konzentriert weiter an der Aufgabe aus der Graphentheorie. Währenddessen beginnen die Kirchenglocken am Dom zu läuten. Sind die zwei Stunden etwa schon um? Ja, die Zeit ist verflogen. Es ist gleich zwölf Uhr mittags. Höchste Zeit, zum Schluss zu kommen – zumindest für heute. Hausaufgaben gibt es keine. Dafür bleibt manche Frage offen, die beim kommenden Treffen sicher in der Gruppe weiterdiskutiert wird.

So spannend und kurzweilig kann Mathe sein.

Talentfahrt des Vereins Mathematik in Bremen! im Sommer

Der Bremer Matheverein veranstaltet auch Talentfahrten. Die nächste Fahrt geht in der ersten Sommerferienwoche ins Schullandheim nach Hepstedt. Auf den Fahrten wird zum einen mathematisch gelernt, geknobelt und diskutiert, zum anderen werden auch Spiel, Spaß und Gemeinschaft groß geschrieben. Auf der Homepage des Vereins Mathematik in Bremen! e.V. gibt es dazu nähere Informationen.

Zu guter Letzt eine Aufgabe zum Ausprobieren

Für alle, die auf den Geschmack gekommen sind und jetzt selbst ein bisschen mathematisch knobeln möchten, hier eine Aufgabe, die für die sechste Klassenstufe gedacht ist: Sabine liest ein Buch, das 342 Seiten hat. Sie hat sich für jeden Tag ein Paket von gleich vielen Seiten vorgenommen. Am siebten Tag hat sie bereits 21 Seiten gelesen. Wie viele Tage bleiben ihr noch zu lesen?

Viel Spaß!

Die Neugier weitergeben

Kategorie: Blog | 13. März 2017

Preisgekrönter Verfahrenstechniker forscht und lehrt in Bremen

Wissenschaftler zu werden ist häufig nicht einfach nur ein Beruf, vielmehr eine Berufung. So zumindest geht es Prof. Dr. Lutz Mädler von der Universität Bremen. Der preisgekrönte Verfahrenstechniker hat schon in der Jugend das Staunen für sich entdeckt. Die Neugier über die vielen technischen Dinge des Alltags, die einen umgeben und die so selbstverständlich erscheinen: Ein Fahrrad, eine Glühbirne, ein Auto. Oder auch die Beobachtung: Warum löst sich Zucker im Kaffee auf? Warum kann man durch Glas hindurch gucken, durch Holz aber nicht? Diesen Dingen ging er auf den Grund. Er geht den Weg des Staunens stetig weiter, hinterfragt nicht nur, sondern entwickelt aus seinem Wissen Neues.

Der Wissenschaftler Lutz Mädler in einem Laboratorium.

Prof. Dr. Lutz Mädler erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Foto: WFB/Jonas Ginter

Weg der Begeisterung führt ihn zum Leibniz-Preis

Mädler folgt seiner Begeisterung: Dem Studium der Physik abgeschlossen mit seiner Promotion schloss er ein Ingenieurstudium an. Heute ist der 46-jährige Professor für Mechanische Verfahrenstechnik an der Uni Bremen und Direktor der Hauptabteilung Verfahrenstechnik des Instituts „Stiftung Institut für Werkstofftechnik“ (IWT). Der Wissenschaftler beschäftigt sich mit sehr, sehr kleinen Teilchen, die erstaunliche Eigenschaften mit sich bringen. Für seine herausragende Forschung in diesem Bereich – der so genannten Nanoteilchen – bekommt Lutz Mädler in diesem Jahr den Leibniz-Preis, einen der renommiertesten Wissenschaftspreise überhaupt. Für den Wahlbremer eine Aufforderung, den bisher beschrittenen Weg zielstrebig weiterzugehen.

Sonderforschungsbereich will neue Methode entwickeln

Ist er doch mit seinem Team ein Teil des Sonderforschungsbereiches 1232 „Farbige Zustände“ –  “Von farbigen Zuständen zu evolutionären Konstruktionswerkstoffen“, der Großes vorhat. Denn die Bremer unter der Leitung von Lutz Mädler möchten dem Zufall auf die Sprünge helfen. Es geht darum, eine neue Methode zu entwickeln, mit der in sehr kurzer Zeit Metalle geschaffen werden können, die genau die Eigenschaften mitbringen, die man sucht. Im Metallbereich sei es sehr schwer, Stoffe mit bestimmten Eigenschaften zu finden, erläutert Mädler. Deshalb mache man bisher noch häufig Kompromisse, wenn nicht Glück nachhelfe. Mit der neuen Methode, die sehr schnell arbeiten soll, wird der Zufall berechenbar.

Die Lehre ist Lutz Mädler sehr wichtig

Das interdisziplinäre Projekt ist schon gestartet und erfährt breite Unterstützung durch die Universität Bremen, wie auch durch das Land Bremen. Die wichtige Rolle des Umfeldes bei dem umfassenden Unternehmen beschreibt der Forscher so: „Was wirkt, ist, dass es Menschen gibt, die unterstützen und die einem das zutrauen. Dafür bin ich dankbar.“ Und er ergänzt: „Wir transportieren ganz viel über den Menschen, das verbindet die Dinge.“ Lutz Mädler geht auf in seiner Aufgabe und er mag das Zusammenspiel von Lehre und Forschung. „Für die Lehre muss ich die Dinge nochmal tiefer durchdringen. Das hilft mir. Und umgekehrt kommen aus der Lehre manchmal erstaunliche Erkenntnisse.“ Er möchte seine Begeisterung weitergeben, die Dinge wortwörtlich zu „begreifen“. Lerne man doch besser, wenn man etwas tue. Dabei sei in der Wissenschaft allerdings nicht nur die Kreativität wichtig, sondern ein umfangreiches Wissen ist elementar. „Es braucht die Grundlagenkenntnisse im Kopf, nicht nur im Smartphone“, merkt der Professor an.

Dose wird zum Gefährt

In einem Projekt mit Studierenden entwickelt er z.B. ein Chemcar. Bei dem Versuch, Rennfahrzeuge mit modernen Antriebskonzepten zu bauen und zu testen, stellen sich viele Aufgaben. Denn so ein Fahrzeug braucht nicht nur einen alternativen chemischen Antrieb, es muss auch exakt eine vorgegebene Strecke zurücklegen. Wie bringe ich die chemischen Reaktionspartner und -geschwindigkeiten zusammen, so dass es funktioniert? Das ist die komplexe Aufgabe für die Studierenden. Eine spannende Sache, die begeistert. „Da bleiben die Teilnehmenden dann einfach weiter dran“, freut sich der Professor. Genau diese Begeisterung für die Dinge möchte Mädler transportieren.

Gespür für Technik frühzeitig entwickeln

Eine Gruppe aus Kindern Erwachsenen bei einem Experiment.

Die Kooperation mit Schulen ist dem Bremer Wissenschaftler wichtig. Foto: Claudia Sobich/SFB 1232

Dabei sollte der Sinn für Technisches bereits in der Schule angesprochen werden. Denn das Gespür für Technik sei zurückgegangen, bedauert der Verfahrenstechniker. Deshalb müsse man die jungen Leute für das Ingenieurstudium anders packen, die Neugier frühzeitig wecken. Dafür hat Mädler mit dem SFB 1232 ein Projekt mit der Bremer Wilhelm Focke Oberschule entwickelt. Manches anschauliche Experiment hat der Forscher für die Schülerinnen und Schüler dabei im Gepäck. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler erreichen, bevor sich der Berufswunsch verfestigt hat“, ergänzt auch Claudia Sobich von der Öffentlichkeitsarbeit des SFB. Dabei sollen alle abgeholt werden, Mädchen wie Jungen.

Gute Zukunftschancen für Verfahrenstechniker

Immerhin seien die Zukunftschancen sehr gut für Ingenieure. Verfahrenstechniker werden gebraucht in Deutschland, auch speziell in Bremen: „Unsere wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  haben nach Abschluss ihrer Promotion bisher alle einen Job gefunden und auch von unseren Studierenden hören wir, dass sich ihnen viele gute Job-Möglichkeiten auftun.“

Nach zahlreichen Stationen auf der ganzen Welt hat der Weg Lutz Mädler 2008 an die Universität Bremen geführt. „Ich empfinde es als ein großes Privileg, jeden Morgen mit dem Rad durchs Grüne zur Uni fahren zu können“, sagt er und ergänzt: „Und wenn ich Gästen die Altstadt zeige, bin ich schon ein bisschen stolz, in so einer schönen Stadt zu leben.“

Ein Interview mit Prof. Dr. Lutz Mädler findet sich bei Wissenschaft persönlich.

Tom Vierus – Haiforscher, Fotograf und Umweltschützer

Kategorie: Blog | 5. Dezember 2016
ausstellung_hausderwissenschaft

Die Bildreportage von Tom Vierus zeigt Aufnahmen seiner Forschung. Foto: WFB

Ein Fischer holt sein Netz aus dem Wasser. Im Hintergrund versinkt gerade die Sonne stimmungsvoll am Horizont. Dieses Motiv zeigt eines von sechs Dokumentarfotos, die der Biologe Tom Vierus aufgenommen hat. Der Fotograf betrachtet die Bildreihe und freut sich über die gelungene Präsentation im Haus der Wissenschaft. Hier zeigt eine Ausstellung noch bis Januar seine und weitere Fotografien.

28-Jähriger gewinnt Preis für Wissenschaftsfotografie

Mit seinen 28 Jahren ist er frisch gebackener Absolvent des Masterstudienganges International Studies in Aquatic Tropical Ecology (ISATEC), den es an der Universität Bremen in Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) gibt. Neben seiner Leidenschaft zur Wissenschaft ist der Biologe begeisterter Fotograf und hat für seine Bilder, die seine Forschung mit Junghaien dokumentiert, den „deutschen preis für wissenschaftsfotografie 2016“ in der Kategorie Bildreportage verliehen bekommen. Und als echter Tausendsassa setzt sich der Wahlbremer auch noch aktiv für den Umweltschutz ein.

Die Begeisterung für Haie begann mit einem Zufall

Bei einem Floridaaufenthalt im Rahmen seines Bachelorstudiums begegnete Tom Vierus 2012 zum ersten Mal einem lebenden Hai. Ein eindrucksvolles Erlebnis. Von da an stellte der Biologiestudent die Weichen, um diese Tiere besser erforschen zu können und sich für ihren Schutz einzusetzen. Nach Abschluss seines Bachelorstudiums wechselte er deshalb ganz bewusst von Mainz an die Bremer Universität zum Masterstudiengang ISATEC.

Für den Studiengang ging es nach Bremen

Tom Vierus

Tom Vierus forscht und fotografiert. Foto: WFB

„Dieser Studiengang ist etwas Einzigartiges“, erklärt Tom Vierus seine Entscheidung für Bremen. Gibt es diesen Studiengang doch nur hier. Seinen Forschungsort im Pazifik hat sich der Student selbst gesucht in Kooperation mit der dortigen University of the South Pacific.

Der Biologe wollte in seiner Masterarbeit erforschen, ob die Arten von Haien, die in den Flussmündungen der Fidschi-Inseln leben, dort auch ihre Kinderstube haben. Der Vielgereiste lernte von den Fischern vor Ort die Tiere zu fangen. Anschließend untersuchte er die unterschiedlichen Tierarten und versah die jungen Haie mit einem Sender, bevor er sie wieder in die Freiheit entließ. Die verschiedenen Schritte fasst seine prämierte Bildreportage in prägnante Bilder.

Inzwischen ist die Masterarbeit abgeschlossen, der Wissensdrang jedoch ist geblieben. So möchte Tom Vierus seine Haiforschung gerne in Form einer Doktorarbeit fortsetzen. Dafür muss allerdings vorab noch manches organisiert werden. Der künftige Doktorant hofft im Winter 2017 starten zu können.

Er fotografiert gerne

Tom Vierus ist nicht nur Wissenschaftler sondern genauso begeisterter Fotograf. Das Fotografieren begann während eines Aufenthaltes in Südafrika. Allmählich ist dann aus dem Fotografieren eine Leidenschaft geworden. Das Ergebnis sind zahlreiche Aufnahmen aus aller Welt. Inzwischen hat der Fotograf ein umfangreiches Equipment, das auch eine Spezialausrüstung für Unterwasseraufnahmen umfasst. Dieses Equipment wird jetzt noch ergänzt, will er doch das Preisgeld für seine Bildreportage in eine neue Kamera investieren.

In seinem Blog setzt er sich für den Umweltschutz ein

Einen Eindruck von seinen Fotos gibt Tom Vierus‘ Blog livingdreams.tv. Hier vermittelt der aktive Umweltschützer zudem wissenschaftliche Erkenntnisse in verständlicher Form. Aktuell träumt er davon noch einen zweiten Blog aufzubauen. In diesem weiteren Blog werden dann nur seine Fotografien präsentiert werden.

Platz eins für die Bildreportage eines Bremers

Kategorie: Blog | 23. November 2016

Seit elf Jahren gibt es bereits den „deutschen preis für wissenschaftsfotografie“. Er wird jedes Jahr von der Zeitschrift „bild der wissenschaft“, in der die

Die Ausstellung im Haus der Wissenschaft zeigt fotografische Aufnahmen der drei Preisträger Anita Reinsch, Tom Vierus und Volker Steger. Foto: WFB/Meike Rotermund

Die Ausstellung im Haus der Wissenschaft zeigt fotografische Aufnahmen der drei Preisträger Anita Reinsch, Tom Vierus und Volker Steger. Foto: WFB

Fotografien auch veröffentlicht werden, und dem Düsseldorfer Pressebüro Brendel in drei Kategorien vergeben. Der Wettbewerb richtet sich an FotografInnen, die aktuelle Forschung und Technologie ansprechend und ungewöhnlich in Szene setzen. Die diesjährige Preisverleihung fand zum wiederholten Male in Bremen im Haus der Wissenschaft statt. Eine sehenswerte Ausstellung  zeigt die Aufnahmen der Preisträger des aktuellen Jahres wie auch eine Auswahl aus dem Vorjahr noch bis zum 26. Januar 2017. Der Eintritt ist kostenfrei.

 

Preise in drei Kategorien

Volker Steger erläutert im Rahmen der Preisverleihung wie seine Aufnahme aus 40 Einzelbildern entstanden ist. Foto: WFB/Meike Rotermund

Volker Steger erläutert im Rahmen der Preisverleihung wie seine Aufnahme aus 40 Einzelbildern entstanden ist. Foto: WFB

In diesem Jahr geht der Preis für das Einzelbild an Volker Steger aus München. Seine Aufnahme verbindet 40 Einzelaufnahmen und verbildlicht modernste Diagnosetechnik. In der Kategorie Mikro-/Makrofotografie hat Anita Reinsch überzeugt: Ihre Aufnahmen von Blüten und Pollen entstanden unter dem Elektronenrastermikroskop und muten wie Gemälde alter Meister an. Der Bremer Master-Absolvent und Haiforscher Tom Vierus hat mit seiner eindrucksvollen Bildreportage in der dritten gleichnamigen Kategorie Platz eins belegt.

 

Zu Besuch in der Kinderstube der Haie

Tom Vierus forschte sieben Monate auf den Fidschi Inseln im Rahmen seiner Masterarbeit am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen. Auf den Inseln untersuchte er Junghaie unterschiedlicher Arten, die in den Flussmündungen leben. Seine Arbeit hat er in sechs beeindruckenden Aufnahmen dokumentiert. Sie spiegeln den Fang, die Messung und Untersuchung sowie das Versehen mit einem Sender und das Aussetzen eines kleinen Hammerhaies wieder.

 

Die Faszination für Haie begeistert Vierus seit 2012

Tom Vierus gewinnt den Preis in der Kategorie Bildreportage. Foto: WFB/Meike Rotermund

Tom Vierus gewinnt den Preis in der Kategorie Bildreportage. Foto: WFB

Der Bremer freut sich sehr über den Preis. Verbindet er damit die Hoffnung, dass verstärkt Aufmerksamkeit auf die Haie fällt. Ist sein Anliegen doch der Schutz der Haie. „Jedes Jahr werden 100 Millionen Haie getötet, Dagegen sterben nur wenige Menschen durch Haie. Der Mensch ist viel gefährlicher für den Hai als umgekehrt“, sagt Tom Vierus.

Tom Vierus ist von Haien fasziniert, seit er bei einem Floridaaufenthalt vor einigen Jahren zufällig erstmals einem Hai begegnete. Seitdem widmet er seine Forschung diesen Tieren.

Ein Spagat zwischen der Wissenschaft und der Fotografie

Tom Vierus ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch begeisterter Fotograf. Seine Fotos dokumentieren seine Leidenschaft auf beeindruckende Weise und so kündigt der Fotograf auch an: „Das Preisgeld geht in eine neue Kamera.“

Und ihr dürft gespannt sein: Das Porträt zu Tom Vierus findet ihr hier.

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